Spielbericht zum zweiten Spiel der Playoff-Halbfinal-Serie Eisadler Dortmund gegen Ratingen Ice Aliens

Als noch 1:15 Minuten als Restspielzeit auf der Stadionuhr standen, holte Trainer Jeff Job seinen Goalie Christoph Oster vom Eis, um mit einem Überzahlspiel noch einmal ins Spiel zu kommen. Auf dem Weg zur Spielerbank stürzte der Goalie – eine symbolische Szene für diesen „gebrauchten Tag“ aus Dortmunder Sicht.
 
2 Tage nach der unglücklichen Niederlage im Shoot Out wollten die Eisadler an der guten Leistung vom Freitag anknüpfen, erfolgreich Revanche nehmen und in den Playoff-Halbfinalspielen vor heimischer Kulisse ausgleichen. 2022 Zuschauer waren in das Eisstadion an der Strobelallee zu einer ungewöhnlichen Bullyzeit (17 Uhr) gekommen. Die Wunderkerzen erhellten daher nicht wie gewohnt die Halle und die scheinende Sonne sollten auch noch eine Rolle spielen.
 
Vor dem Spiel gab es eine Choreo der Eisadler Fans. Mit zwei Spruchbändern, auf denen „Eure Werte gehören auf den Müll!“ und „Abschied mit Stil“ stand, erinnerten sie noch einmal an den unwürdigen Abgang von Tim Brazda. Dieser hatte vor ein paar Wochen die Ratinger Ice Aliens nach 10 Jahren Zugehörigkeit Richtung Dortmund verlassen und er bekam zum Abschied seine persönlichen Sachen in einem Müllsack ausgehändigt.
 
Mit dem gleichen Kader, und daher immer noch ohne den erkrankten Kapitän Malte Bergstermann, kam die Mannschaft von Trainer Jeff Job gut in das Spiel. Auf beiden Seiten wurden die Goalies sofort warmgeschossen. Tim Brazda und Alexander Lauer versuchten dabei jeweils mit Distanzschüssen ihr Glück. Das Spiel nahm langsam Fahrt auf.
 
In der 5. Minute wurde die Partie dann unterbrochen. Der Goalie der Aliens beklagte die seitliche Sonneneinstrahlung und fühlte sich somit nicht in der Lage unter diesen Bedingungen weiterzuspielen. Nach einer kurzen Beratung wurden beide Mannschaften von der Spielleitung in die Kabine gebeten und mussten dort ganz unromantisch den Sonnenuntergang abwarten. Um 17:25 Uhr gingen dann zunächst die Aliens unter den Buhrufen der genervten Fans wieder auf das Eis. Kurz danach kamen dann die Dortmunder aus der Kabine und das Spiel wurde wieder aufgenommen.
 
Nach einer 2 Minuten Strafe für einen Ratinger durfte auch Ben Busch eine 2-minütige Strafe für Goalie Christopf Oster absitzen. Dortmund erarbeitete sich weitere Chancen und in der 13. Minute wurden die Bemühungen dann endlich belohnt. Dortmund war in Überzahl und den Schlagschuss eines Dortmunders konnte der Alien Goalie zunächst abwehren. Den Abpraller stocherte Ben Busch über die Line – 1:0 für den EAD. 70 Sekunden später erhöhten die Eisadler auf 2:0. Nolan Gardiner fand mit seinem Schlagschuss die Lücke ins Tor der Ratinger. Die EAD Fans sangen danach „Da war die Sonne schuld“ in Anspielung auf die vorherige Spielunterbrechung. 
 
In Unterzahl – Nolan Gardiner musste für 2 Minuten auf die Strafbank – überstanden dann die Eisadler eine Drangperiode der Aliens. Unter dem tosenden Beifall der Fans ging es dann in die erste Drittelpause. Als beide Mannschaften wieder auf das Eis kamen, wurden sie mit dem Lied der Capri Fischer empfangen. („Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt...“) Dortmund kam zunächst gut aus der Kabine und hatte durch Tommy Laakso zwei gute Einschussmöglichkeiten. Und dann aus heiterem Himmel der Anschlusstreffer für Ratingen. Ein Schuss auf das EAD-Tor ging zunächst vorbei, kam von der hinteren Bande wieder zurück und ein Alien Spieler stocherte den Puck ins Tor- 1:2.(24.) In der 31. Minute startete Ben Busch zu einem Alleingang von der blauen Linie und ein Ratinger brachte ihn mit dem Stock zu Fall. In einer ähnlichen Szene gab es vor 2 Tagen einen Penalty – jetzt gab es lediglich 2 Minuten für den Ratinger Spieler. Im Powerplay wurde bei einem Angriff dann ein Eisadler an die Bande gedrückt und bei dem anschließenden Entlastungsangriff ließen 3 Dortmunder völlig indisponiert einen Ratinger frei auf das Tor zulaufen. Seinen Schuss konnte EAD Goalie Oster nicht abwehren und somit glichen die Aliens in Unterzahl aus – 2.2. (33.) Danach entwickelte sich die Partie zu einer schweren Kost. Die Ratinger unterbrachen die Angriffsbemühungen der Eisadler immer wieder mit Nickligkeiten und wenn sich die Chance auf ein Überzahlspiel ergab, nahm anschließend sofort nebenan ein Dortmunder auf der Strafbank Platz. Die Eisadler verloren jetzt völlig den Faden und so ging man mit dem Unentschieden in die Kabine.
 
Als das Schlussdrittel angepfiffen wurde, hatte Dortmund eine gute Chance als Colin Long frei auf das Tor der Ratinger zulief. Aber seinen Schuss parierte der Ratinger Schlussmann. (42.) Anschließend musste ein Alien auf die Bank und in dem anschließenden Überzahlspiel hatte dann nicht Dortmund, sondern Ratingen wieder eine Riesenchance. Aber der EAD Goalie konnte den Schuss des frei auf das Dortmunder Tor zulaufenden Alien abwehren.In der 46. Minute, der Schiedsrichter zeigte gerade eine Zeitstrafe gegen Tommy Laakso an, spielten die Ratinger den Angriff zu Ende und gingen erstmalig in Führung. Danach verloren die Dortmunder völlig den spielerischen Faden, ließen sich immer wieder auf unnötige Zweikämpfe ein und spielten somit den Ratingern voll in die Karten. Was folgte war eine schwer verdauliche Kost Immer wieder Unterbrechungen und Zeitstrafen für beide Seiten. In der 49. Minute musste dann Tim Dreschmann eine 2-minütige Strafe absitzen und das nutzte Ratingen dann bereits nach 15 Sekunden zum 2:4 aus. In der 52. Minute fielen dann bei Thomas Lichnovsky und seinem Ratinger Gegenspieler die Handschuhe und es kam zu einem wüsten Faustkampf, bei dem der Gästespieler 2 Zähne verlor. Beide mussten dann für 5 Minuten vom Eis. Kurz danach traf es auf Dortmunder Seite Long und Laakso und auf der anderen Seite einen Ratinger für jeweils 2 Minuten. Ein wirklicher Spielfluss kam nicht mehr auf. Dortmund war gerade wieder komplett als Ratingen das Ergebnis auf 2:5 stellte und somit für eine Vorentscheidung sorgte. Als ein Ratinger für 2 Minuten rausgestellt wurde, nahm Trainer Jeff Job zusätzlich seinen Goalie raus, um noch einmal eine Wende herbeizuführen. Dies gelang dann auch durch Maik Klingsporn – 3:5. (57.) Seine anschließende Freude über den erzielten Treffer durfte er dann allein auf der Strafbank ausleben, da er 2 Minuten für ein unsportliches Verhalten erhielt. Danach noch ein Lattenschuss auf das inzwischen wieder verwaiste Tor der Dortmunder und ein Abseitstreffer der Ratinger – dann war das Spiel aus.
 
 
Fazit:
 
Dortmund kam gut in die Partie und ging verdient mit 2:0 in Führung. Danach lies man sich auf das körperbetonte Spiel der Ratinger ein und verlor dann die Linie und schließlich das Spiel. Zwar gab es immer wieder gute Einschussmöglichkeiten für die Eisadler, aber wie schon in der gesamten Saison werden selbst die besten Möglichkeiten vergeben.
 
Jetzt wird es ein verdammt schwerer Weg noch einmal in dem Playoff-Halbfinale zurückzukommen. Das ist nicht unmöglich, wenn man an die Finalserie im letzten Jahr denkt. Aber dann muss die Mannschaft konzentrierter, disziplinierter spielen und die vorhandenen Chancen besser ausnutzen. Wenn man sich aber auf das dreckige Spiel der Ratinger einlässt, wird das jedoch schwer.
 
Am Freitag, 06.03.2026 um 20:00 Uhr heißt es dann in Ratingen: siegen oder fliegen!
 
„It´s Playoff Time - let´s get ready to RUMBLE!“
  
Spieledaten: 
 
Eisadler Dortmund vs. Ratinger Ice Aliens 3 : 5(2:0) (0:2) (1:3)
 
Torfolge:
 
12:03 1:0 EAD Busch
 
13:14 2:0 EAD Gardiner
 
23:44 2:1 RIA Saloranta
 
32:01 2:2 RIA Stroh
 
45:33 2:3 RIA Saloranta
 
49:05 2:4 Ria Irwin
 
54:54 2:5 RIA Dmitreiv
 
56:16 3:5 EAD Klingsporn
 
Zuschauer: 2022
 

  • Archiv
  • Kategorien